Der „Holodmor“ ist ein Wort, dass ich ehrlicherweise erst in Applebaums Buch „Roter Hunger“ kennengelernt habe. „Holodmor“ so nannten die Ukrainer die schwere Hungersnot, die die Herrschaft der Sowjetunion über die Ukraine brachte.
Anne Applebaum bringt in einer Zeit, in dem das Verhältnis zwischen Ukraine und Russland umso mehr gespannt ist, ein Buch über ein besonders schweres Kapitel des ukrainischen Geschichte heraus, das bis in die Gegenwart das Verhältnis zum Nachbarn schwer belastet.
Während sie im Hauptteil des Buches die Entwicklung des „Holodmor“ behandelt, kümmert sich sich in einem Extrakapitel auch um die Rezeption der Hungersnot in der Gegenwart.
Sie schafft es, trotz der unglaublichen Leiden, die die verfehlte ideologiegesteuerte Ernährungspolitik der Sowjetführung über die Menschen in der Ukraine gebracht haben, in bester Historikermanier sehr ausgewogen über die Ereignisse zu schreiben.
Auch die umstrittene Frage, ob der „Holodmor“ ein Völkermord war, wird von Applebaum behandelt. Sie findet für ihre Position gute Argumente. Dennoch bleibt der „Holodmor“ sicher eines der größten Verbrechen in der Geschichte der Menschheit, die allein in der Ukraine 3,9 Millionen Menschen das Leben kostete.
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