Die SA, Hitlers braune Schlägertruppe: In der Erinnerung vieler Deutscher endet die Geschichte der SA mit dem Röhmputsch und der darauf folgenden Nacht der langen Messer. Danach verschwindet die Sturmabteilung der NSDAP in der Bedeutungslosigkeit. Mit diesem Bild räumt die umfassende Gesamtdarstellung des deutschen Historikers Daniel Siemens auf. Sein Werk „Sturmabteilung. Die Geschichte der SA“ behandelt die Rolle der SA in den Jahren 1920 bis 1945.
Daniel Siemens, Deutscher Historiker an der Universität Newcastle, gelingt es in seiner gut strukturierten Arbeit glänzend, die Geschichte der SA zu erzählen. Stellte die Nacht der langen Messer zwar eine erhebliche Zäsur in der Geschichte der SA dar, war sie aber keinesfalls so unbedeutend, wie man vielleicht meinen könnte. Siemens zeigt zum Beispiel, wie die SA zur Organisation wurde, die die erste militärische Ausbildung der Jugend übernahm und sie damit an die Wehrmacht heranführte. Zugleich macht er auch klar, dass das Personal der Wehrmacht aus der SA zum Teil ihre ideologische Prägung erhielten. Sie tauschten die Uniform, nicht die Ideologie.
Der große Verdienst der Studie von Daniel Siemens ist es, die Forschung um die Geschichte der SA um neue interessante Aspekte erweitert zu haben. Beispielsweise untersucht er die Rolle von SA Männern in der deutschen Diplomatie. Diese seien auf Grund ihrer Qualifikation wenig für dieses Amt geeignet gewesen, und hätten mit mehr oder großem Erfolg die Sache der Nazis, nämlich die Endlösung der Judenfrage in den südosteuropäischen Ländern vorangetrieben.
Buch kaufen
weitere Rezensionen:
Zudem interessant: Der militärische Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur
Hinterlasse einen Kommentar