Wenn wir uns mit der momentanen Lage in der Welt beschäftigen, greifen wir gerne auf Literatur zurück, die aus der Sicht von uns „des Westens“ geschrieben ist. Michail Gorbatschows „Was jetzt auf dem Spiel steht. Mein Aufruf für Frieden und Freiheit“ betrachtet die derzeitige Weltpolitik aus seiner persönlichen Sicht. Eine interessante und überaus kontroverse Lektüre.

Gorbatschow sieht uns in einer kritischen außenpolitischen Lage. Er verurteilt die Nichtverlängerung des INF Vertrags, glaubt dass die Globalisierung für viele Staaten zu schnell fortgeschritten seien und steht der Politik des Westens kritisch gegenüber.

Für das Scheitern des INF Vertrags macht er allein die USA verantwortlich. Dass Russland aber Raketen entwickelt haben, die gegen den INF Vertrag verstoßen. Darüber verliert er kein Wort.

Keine Kritik an Putin

Lange Zeit vermisst man ein paar Worte über einen der wichtigsten Player im derzeitigen Weltgeschehen: Russland. Für Putin findet er eher lobende Worte. Nach der schweren Krise unter Jelzin habe Putin Russland zu Wohlstand geführt. Kritische Worte sucht man hier aber erstaunlicherweise vergeblich, wo er sich andernorts mit seiner Kritik an Putin nicht zurückgehalten hat.

Die Medien und Fake News

Die Rolle der Medien sieht Gorbatschow kritisch. Sie würden „Fake News“ (sic!) verbreiten. Hier muss man das Verhältnis des Elder Statesman zur Presse kritisch betrachten. Aber vielleicht zielt er auch auf die russische Medien wie Russland Today ab, die als Propagandakanal überwiegend prorussische und antiwestliche Propaganda verbreiten. Das wird hier nicht ganz deutlich.

Zuviel Globalisierung

Die immer weitergehende Globalisierung der Welt geht ihm zu schnell. Er glaubt auch, dass Staaten in verschiedenen Teilen unserer Erde mit der Globalisierung ein Problem hätten.

Auf der Seite von Greta Thunberg

Gorbatschow setzt sich stark für die Rettung unseres Planeten ein und sympatisiert mit den heutigen Klimabewegungen. Er habe sich schon früher für eine „Erd Charta“ eingesetzt und offebart hier eine grüne Seite, die man sonst vorher nicht an ihm kannte.

Insgesamt zieht Michail Gorbatschow ein versöhnliches Fazit in dem auf die langen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland anspielt. Er meint, wir müssten uns gemeinsam anstrengen, um die Situation in der die Welt derzeit steckt, zum Besseren zu wenden.

„Wir können, wir müssen“

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