Seit Januar 2017 ist Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und hält die Welt in Atem. Philip Rucker und Carol Leonnig von der Washington Post liefern einen erschreckenden Einblick in das Regierungshandelns des 45. Präsidente der USA.
Von Beginn der Präsidentschaft Trump war klar, hier erlebt man eine neue Art eines US- Präsidenten. Hier kommt kein aalglatter Jurist mit distinguiertem Duktus, besten Manieren und höchsten moralischen Ansprüchen. Trump wurde vom Volk (bzw. den Wahlmännern) gewählt, weil er anders ist. Die US- Amerikaner hatten genug von dem politischen Establishment Washingtons.
Trumps Politikstil löst schon von außen Befremden aus. Trump twittert über alles und gegen alle, bevorzugt die „Fake News“ Media, womit er so Medien wie die New York Times und die Washinton Post meint. Er stößt reihenweise Verbündete vor den Kopf und pflegt ein freundschafliches Verhältnis zu Vladimir Putin. Seine Entscheidungen sind nicht selten unüberlegte Bauchentscheidungen eines Mannes, der sich in seinem früheren Leben vor allem mit „Deals“ beschäftigt hat. Mit der Wahrheit nimmt er nicht so ganz genau.
Trump könnte man zurecht als die Inkarnation des „Anti- Präsidenten“ bezeichnen. Denn er erfüllt alle Kriterien, die die Gründerväter der USA wie zum Beispiel Alexander Hamiltion einstmals zum Anlass dazu nahmen, die Einrichtung eines Impeachment Verfahrens gegen den Präsidenten in die Verfassung mit aufzunehmen.
Das alles weiß man, ohne das man „A very stable genius“ gelesen hat. Warum soll man dieses Buch dann noch lesen? Weil dieser Bericht den Lesern in den inneren Zirkel der Macht des Präsidenten führt und direkt beteiligte zu Wort kommen lässt. „A very stable Genius“ ist fast wie „House of Cards“ in der Realität. Das Regierungshandeln Trumps wir real erlebbar.
Philipp Rucker und Carol Lenning schildern nüchtern und mit großer Detailliertheit was hinter den Mauern des weißen Hauses passiert. Sie zeigen wie die Einmischung Russlands in den Wahlkampf von 2016 die Regierungszeit lange überschattet, wie Trump versucht die Ermittlungen zu torpedieren und wie der seriöse Sonderermittler Robert Mueller nach lange Ermittlungen einen Report vorlegt, der Trumps zahllose Verstöße nachweist, ihn aber nicht zu Fall bringen kann, weil der Report einfach kein klares Urteil fällt, weil die Beweislage nach Meinung des Ermittlerteams nicht hergibt.
Die Autoren beschreiben wie Trump eine Aufnahme für einen Film über die amerikanische Verfassung machen soll, aber zigmal scheitert, weil er nicht in der Lage ist, einen Abschitt der amerikanischen Verfassung vorzulesen, da die Sprache für ihn völlig ungewohnt ist und er es nicht für nötig befunden hat, sich auf die Aufnahme vorzubereiten und seinen Text abschnitt vorher zu üben.
Von fähigen Ministern zu „Ja“ Sagern
General Jim Mattis und Rex Tillerson: Das sind nur zwei Namen derjenigen Regierungsmitglieder, die während der bisherigen Regierungszeit Donald Trumps ihren Stuhl räumen mussten. Ihr Kennzeichnen: Das Verständnis dafür, dass Amerikas Verbündete wichtig sind, genauso wie die Nato und ihr Bemühen, dem Präsidenten dies begreifbar zu machen. Doch leider ohne Erfolg. Denn Trump zeigte sich resistent gegen ihre Ratschläge, ignorierte ihre Vorlagen. Eindrücklich schildern Rucker/ Leonnig dies in der Beschreibung des ersten Pentagon Briefings. Im Bewusstsein, das man Trump nicht mit langen Vorträgen überzeugen kann, wird es akribisch vorbereitet. General Mattis versucht dem Real Estate Tycoon mit kurzen, aussagekräftigen Power Point Slides vor Augen zu führen wie wichtig die internationale Beziehungen und das amerikanische Engagement rund um Welt sind. Doch das alles nützt nichts.
Denn Trump sieht alles nur aus der Perspektive des Geschäftsmanns: Was hat die USA von Militärbasen im Ausland? Warum führt die USA Kriege, die sie nicht gewinnen? Trump versteht das alles nicht und beleidigt die anwesenden hohen Militärs als „Bunch of dopes and babies“ (Trottel und Babies).
Trump braucht keine Minister, die seine Entscheidungen in Frage stellen, die ihn zu belehren versuchen. Dementsprechend kommt es während der Regierungszeit zu vielen Personalrochaden. Dabei erfahren nicht wenige Kandidaten von Ihrer Demission via Twitter.
Auf kritische Minister, die im besten Sinne der Interesse der USA handeln wollen, folgen immer mehr Karrieristen mit fragwürdiger Qualifikation für den jeweiligen Posten, die von Trump dazu eingesetzt werden, um seine Vorstellungen umzusetzen, die stets von jeglichem Mangel des verfassungsmäßig erlaubten getragen werden.
So zeigen Rucker und Leonnig wie Trump immer mehr eine Regierung seiner Gnaden installiert, in der auch Ivanka Trump und Jared Kushner, der selbst bei den Einmischungen durch Russland eine fragwürdige Rolle spielt als Familienmitglieder mit höchster Sicherheitsfreigabe Einfluss ausüben.
Hinterlasse einen Kommentar