Rezension: Dan Diner: Ein anderer Krieg.
Das jüdische Palästina und der zweite Weltkrieg 1935- 1942
Die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hamas haben der Welt wieder vor Augen geführt, wie kompliziert und fragil die Situation im Nahen Osten ist. Fragil war auch die Situation des Yishuv, des jüdischen Palästina, wie der Historiker Dan Diner in seinem neuen Buch “Ein anderer Krieg. Das jüdische Palästina und der zweite Weltkrieg 1935 – 1942 zeigt.
Diners Buch ist interessant, weil es einen ungewohnten Ansatz verfolgt: Es blickt auf verschiedene geographische Räume in den Jahren 1935 bis 1942 und zeigt, welche Auswirkungen die Ereignisse dort auf das jüdische Palästina hatten.
So zeigt er beispielsweise, wie auf Grund der zunehmenden Schwächung des britischen Empires während des Krieges, sich die Juden in Palästina immer mehr in Richtung der USA orientierten und von dieser Schutz und Unterstützung erhofften.
Er macht deutlich, dass es letztlich “reiner Zufall” war, dass die Juden in Palästina nicht auch ein Opfer des Holocaust wurden. Denn nur weil Rommel in Ägypten scheiterte, waren die Juden in Palästina vor dem Zugriff der Nazis geschützt.
Sehr interessant ist auch wie der vor sich gehende industrielle Massenmord an den Juden, die Juden in Palästina beeinflusst, nämlich erstaunlich wenig.
Diners Buch „Ein anderer Krieg“ ist auf jeden Fall ein lesenswertes Buch, das mit seinem multiperspektivischen Ansatz überzeugt.
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