Denken wir an Wikinger, kommen uns primär raubeinige, Met trinkende, auf Beutezüge ziehende Männer in den Sinn. Die Bedeutung der Frauen in der Gesellschaft der Wikinger hat zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung lange keine große Rolle gespielt.

Filme wie Valkyrie. Walhalla (Netflix) mögen dieses Bild geändert haben. Aber gab es wirklich Schwert führende, kämpfende Frauen wie Freydis Eriksdotter, die als Anführeren eine ganze Gemeinschaft führt und keinem Kampf mit Ihrem Schwert aus dem Weg geht?

Der historischen Rolle der Frauen in der Winkingergesellschaft auf die Spur geht die Mediävistin Friðriksdóttir  in Ihrem Buch „Walküren: Frauen in der Welt der Wikinger“. Sie zeigt, das Fauen in der Wikingergesellschaft viel mehr waren, als das „Heimchen am Herd“, das sich um die Kind gekümmert hat.

Frauen wie Freydis Dottir, dieses stark überzeichnete Bild aus oben erwähnter Netflix Serie, gehörten zweifelsfrei einer sehr kleinen Minderheit an, wenn es sie überhaupt gab. Kämpfer an Hand von Grabbeigaben zu indentizieren, sei auf Grund der Ritualisierung der Bestattung, bei denen den Toten durchaus Gegenstände beiegelegt wurden, die ihnen nicht gehörten, schwierig. Daher ist es nicht klar, ob Überreste, die die Forschung als weiblich einordnet und denen Schwerter beigegt waren, tatsächlich auch weibliche Kämpferinnen waren. Fehlende Kampfspuren macht sie zu einem Indiz dafür, das es sich bei den gefundenen Überresten nicht um Kämpfer handelt.

Klar scheint derzeit nur, das die Frage nach den Kriegerinnen archäologisch nach wie vor unbeantwortet bleiben muss.

Freydis Eriksdotter schreibt in Ihrem Buch über das Leben der Wikingerfrauen in jedem Lebensalter und der Leser erfährt hier viel interessantes.

So behandelt sie auch in einem verhältnismäßig kurzen Abschnitt die Bedeutung der Seherinnen, der Völva in der Wikingergesellschaft. Das Wissen der Seherinnen war begehrt und hoch geschätzt. Diese hält sie für nicht so bedeutend wie die Walküren und Schildträgerinnen.

Dem sehr interessanten Buch sind viele Leser zu wünschen. Ich danke dem C.H. Beck Verlag für die Möglichkeit, dieses Buch rezensieren zu dürfen.

Über die Völva gibt es auch eine sehr interessante Ausstellung in Kopenhagen: https://www.nordschleswiger.dk/de/daenemark-kultur/mystisch-und-geheimnisvoll-neue-ausstellung-ueber-voelva-im-nationalmuseet

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